Supraleitung bekommt höheren Stellenwert - ivSupra
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Supraleitung bekommt höheren Stellenwert

Supraleitung bekommt höheren Stellenwert

Anerkennung auf politischer Ebene: Abschlusserklärung des G8-Gipfels weist auf Potenziale der Supraleitung hin

„Supraleitung bekommt einen höheren Stellenwert auf politischer Ebene", stellt Dr. Werner Prusseit fest. Der Verbandsvorsitzende des IV Supra (Industrieverband Supraleitung) und Geschäftsführer der Theva Dünnschichttechnik GmbH bezieht sich auf den Abschlussbericht des G8-Gipfels in St. Petersburg, der seit Mitte des Monats vorliegt. Dort wird unter dem Stichwort „globale Energiesicherheit" erstmals seit Bestehen des G8-Gipfels Supraleitung als viel versprechende Technik erwähnt. Mit Recht, denn supraleitende Systeme können in der gesamten Energiekette Vorteile bewirken, weil sie geringere Verluste und höhere Wirkungsgrade in Energieerzeugung, -verteilung und bei Antrieben ermöglichen.

 Supraleitung ist eine innovative Querschnittstechnologie, die in der Grundlastversorgung sowie bei Spitzenlastsituationen im Stromnetz undaußerdem bei Industrieanwendungen Nutzen stiftet", sagt Prusseit. Ein Verbessern des Wirkungsgrads um etliche Prozentpunkte ist keine Utopieund kann maßgeblich zur CO2-Einsparung beitragen, denn Elektronen bewegen sich im Supraleiter quasi ohne Widerstand und erlauben bis zuhundertmal höhere Stromdichten als in einem normalen Kupferleiter. Das ermöglicht effizientere oder kompaktere Systemkomponenten.

 In Ländern wie den USA und Japan gilt die junge Supraleitung daher längst nicht mehr als futuristisch. In den Vereinigten Staaten gibt allein das DOE (Department of Energy) seit Jahren etwa 25 Mio. USD für Anwendungen der Supraleitung in der Energietechnik aus - jährlich. Eine ähnliche Summe fließt von Seiten des DOD (Department of Defense) in die Entwicklung kompakter, supraleitender Schiffsmotoren. Seit der Unterzeichnung des Energy Policy Act durch US-Präsident George W. Bush im August 2005 genießt die Supraleitungstechnologie zur Effizienzsteigerung vollends politische Rückendeckung. Ähnlich stellt sich die Situation in Japan und selbst in Korea dar, wo im Rahmen des „21st Century Frontier R&D Program" bis 2010 mehr als 100 Mio. USD öffentlicher Mittel für die Entwicklung supraleitender Energietechnik bereit stehen.

Ähnliches Engagement erhofft sich der Industrieverband Supraleitung auf unserem Kontinent, damit Hightech-Arbeitsplätze gehalten und geschaffen werden können. „Die ersten Weichen sind gestellt", erklärt Prusseit. „Hat der deutsche Energiegipfel im Frühling dieses Jahres noch auf die Energieträger abgezielt, werden die Gespräche im Herbst sich eher um Energieeffizienz drehen." Eine von der Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Leben gerufene Arbeitsgruppe beschäftigt sich speziell mit Innovation und Energieeffizienz. „Beim Thema Wirkungsgradsteigerung fühlt sich die Supraleitungsbranche angesprochen", so der Verbandsvorsitzende. „Nach 20 Jahren intensiver Forschung haben hiesige Unternehmen eine ausgezeichnete Position auf dem Bereich der so genannten Hochtemperatur-Supraleiter erworben." Diese Werkstoffe sind bereits bei Temperaturen von zirka -170 °C „ideale Leiter" – im Gegensatz zu den normalen Supraleitern, die mit großem Aufwand auf beinahe -270 °C gekühlt werden müssten, um quasi widerstandslos Strom zu transportieren.

 „Systeme auf Basis der Hochtemperatur-Supraleitung haben sich bereits im Labor und im Feld bewiesen", so Prusseit. „Nun ist es Zeit, Erfahrungen im Betrieb zu sammeln. Wir hoffen darauf, dass unsere Bundesregierung die Rahmenbedingungen schafft, die Investoren ausreichende Freiräume für Zukunftsinvestitionen verleiht und das Weiterentwickeln moderner Technik gestattet."

Sich für dieses Ziel einzusetzen ist erklärte Aufgabe des Industrieverbands Supraleitung. Er wurde von Herstellern von Werkstoffen und Komponenten für Supraleiter-Systeme im April 2006 mit der Absicht gegründet, Politik und Öffentlichkeit über das Potenzial der innovativen Technik zu informieren und so für den Einsatz und die Kommerzialisierung der Supraleitung geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen.

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